Absaugtechnik für Metallpartikel

Mehr Prozesssicherheit mit der geeigneten Anlage

Gastbeitrag Werden Metalle bearbeitet, können feine Stäube und Späne anfallen, die gesundheitsschädlich sind, das Risiko von Bränden und Staubexplosionen erhöhen und Bearbeitungsmaschinen verschmutzen. Sie sollten schon bei der Entstehung durch geeignete Absauganlagen entfernt werden. Ihre Filterleistung muss auf den jeweiligen Anwendungsbereich abgestimmt sein.
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Rohrleitungssystem  Staub und Späne gelangen automatisch über ein fest installiertes Rohrleitungssystem in die Saugeinheit, wo sie von dem Kühlschmierstoff getrennt werden.  Foto: Ringler

03 Rohrleitungssystem
Staub und Späne gelangen automatisch über ein fest installiertes Rohrleitungssystem in die Saugeinheit, wo sie von dem Kühlschmierstoff getrennt werden.
Foto: Ringler

Um die Gesundheit des Personals nicht zu gefährden und die Prozesssicherheit von Produktionsabläufen zu erhöhen, ist für eine Absaugung von anfallenden Spänen und Stäuben und eine Frischluftrückführung in die Arbeitsräume zu sorgen. Je nach Bearbeitungsverfahren und Werkstoff gelten Vorschriften und Regeln der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Es sind Anlagen gefragt, die den Bearbeitungsraum schnell und effizient von anhaftenden oder abgelagerten Spänen und Stäuben befreien und diese im zweiten Schritt von den Kühlschmierstoffen trennen. Hieraus ergeben sich zwei positive Effekte: Zum einen erzielen trockene Metallreste beim Wiederverkauf einen deutlich höheren Preis, zum anderen kann der Kühlschmierstoff wiederverwertet oder recycelt werden. Mit einer Blaspistole oder einem Besen werden die Partikel nur an einen anderen Platz befördert und nicht unmittelbar entsorgt – zudem wird das Arbeitspersonal durch eine deutlich schlechtere Luftqualität einer gesundheitlichen Belastung ausgesetzt.

Faktoren für die Wahl der geeigneten Saugtechnik

Bei Saugern unterscheidet man zunächst nach der Filterleistung, die an die jeweilige Staubklasse angepasst ist. Sie wird gemäß der DIN EN 60335-2-69 in Arbeitsplatzgrenzwerten (AGW) angegeben und beschreibt die zulässige Konzentration in mg/m³ Luft, die bei einem längeren Aufenthalt in dem belasteten Raum nicht krank macht. Insbesondere bei feinen Stäuben, die gesundheitsgefährdend sein können, sollten Experten der Berufsgenossenschaft Bau oder der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung hinzugezogen werden.
Man unterscheidet folgende Klassen:

  • L (leichtgefährlich): Einsatz nur bei Stäuben, deren AGW größer als 1 mg/m³ ist. Besondere Anforderungen an die Filterung oder die Entsorgung bestehen nicht.
  • M (mittelgefährlich): Der AGW liegt zwischen 0,1 und 1 mg/m³ und die Filterleistung weist eine Durchlässigkeit von unter 0,1 % auf.
  • H (hochgefährlich): Bei einem AGW unter 0,1 mg/m³ ist eine Durchlässigkeit des Filters von unter 0,005 % gefordert Die Entsorgung der anfallenden Stäube hat absolut verlustfrei zu erfolgen.

Brand- und Explosionsschutz

Neben der Filterleistung ist auch die Bauart des Saugers von Bedeutung: Handelt es sich um brennbare Partikel, sind Sauger in zündquellenfreier Bauart B22 einzusetzen – hierbei ist unter anderem eine elektrostatische Aufladung des Gerätes ausgeschlossen. In explosionsgefährdeten Bereichen müssen zusätzlich vorbeugende Schutzmaßnahmen wie der Ausschluss von Funkenquellen durchgeführt werden. Auch die Saugtechnik wird auf das jeweilige Gefahrenpotential, das in unterschiedlichen Zonen eingeteilt wird, ausgerichtet:

  • Zone 20 umfasst den Bereich, in dem langfristig oder häufig eine explosionsfähige Atmosphäre vorhanden ist.
  • In Zone 21 ist damit zu rechnen, dass Wolken brennbaren Staubes in der Luft nur gelegentlich auftreten.
  • In Zone 22 existiert bei Normalbetrieb nur ein sehr geringes oder kurzfristiges Risiko

Die geeignete Absaugtechnik muss für die jeweilige Zone gemäß der europäisch gültigen ATEX-Leitlinien (Atmosphères Explosibles) zertifiziert sein, um einen sicheren Einsatz zu gewährleisten.

Mobile Saugeinheit oder Zentralabsauganlage

Anlagenseitig lässt sich zwischen kontinuierlich arbeitenden Zentralabsauganlagen und mobilen Saugeinheiten unterscheiden:

  • Kontinuierlich arbeitende Zentralabsauganlagen sind genau auf den jeweiligen Bearbeitungsprozess abgestimmt und decken die gesamte Späneprozesskette ab. Die anfallenden Partikel und Späne werden unmittelbar an der Entstehungsstelle abgesaugt und gelangen automatisch über ein fest installiertes Rohrleitungssystem in die Saugeinheit, wo sie dann sicher von der Luft und dem Kühlschmierstoff getrennt werden. Eine leistungsfähige Filtertechnik mit einem hohen Abscheidegrad und langen Standzeiten ermöglicht dabei ein sicheres und effektives Arbeiten. Die Stillstandzeiten der Anlage und damit auch der Produktion werden so minimiert.
  • Mobile Industriesauger werden manuell bedient und können an mehreren Arbeitsplätzen zum Einsatz kommen. Sie sind nicht nur an der eigentlichen Bearbeitungsstelle – zum Absaugen von Sägespänen oder Bodenreinigung – hilfreich, sondern auch bei der kontinuierlichen Pflege von Kühlschmierstoffen. Vor der eigentlichen Aufbereitung kann die oberste Schicht des Kühlschmierstoffbads mit einem mobilen Sauger abgesaugt und so von aufschwimmenden leichten Spänen und allgemeinem Schmutz befreit werden. Somit wird ein deutlich geringerer Teil dieser Stoffe in die Aufbereitung weitergetragen und der Aufwand zum Pflegen des Kühlschmierstoffes reduziert.

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Industriesaugereinsatz Um ein gefahrenloses und prozessoptimiertes Arbeiten zu gewährleisten, müssen Staub und Späne erfasst und abgesaugt werden.  Foto: Ringler

Industriesaugereinsatz
Um ein gefahrenloses und prozessoptimiertes Arbeiten zu gewährleisten, müssen Staub und Späne erfasst und abgesaugt werden.
Foto: Ringler

Für die Wahl des passenden Saugers sind zudem das Behältervolumen, die Luftmenge, die je Sekunde aufgenommen werden kann, und der Unterdruck entscheidend. Die geeignete Technik hängt immer vom Anwendungsfall ab und muss individuell beurteilt werden. Bei der Einschätzung, ob eine präzise zugeschnittene Zentralabsaugung oder ein mobiler Sauger eingesetzt werden kann, stehen sowohl die Berufsgenossenschaft als auch die Sauggeräte-Hersteller beratend zu Seite.

Ringler

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