Mai 13 2020

Atemschutzmasken wirtschaftlich produzieren

Bürger des Landes dürfen Geschäfte, Busse und Bahnen nur mit einem Mund-Nasen-Schutz betreten. Ist eine solche Maskenpflicht im Kampf gegen das neuartige Coronavirus wirklich hilfreich? Die Mehrheit der niedergelassenen Ärzte ist zumindest davon überzeugt.

Einigkeit sieht anders aus: Währen das Robert-Koch-Institut (RKI) der Bevölkerung das Tragen einer einfachen Mund-Nasen-Bedeckung empfiehlt, hält der Präsident des Weltärztebundes, Prof. Frank Ulrich Montgomery, solche Empfehlungen für wenig hilfreich. Grund genug für den Ärztenachrichtendienst (änd.de), eine große Zahl von Ärzten um ihre Meinung zu bitten.

Über 2.100 niedergelassene Haus- und Fachärzte aus dem gesamten Bundesgebiet beteiligten sich am 23. April an einer Blitzumfrage des Branchendienstes. Eine deutliche Mehrheit von 65 Prozent zeigte sich dabei überzeugt davon, dass eine Maskenpflicht richtig und wichtig sei. Sie könne helfen, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen beziehungsweise zu verlangsamen.

Insgesamt 14 Prozent der Ärzte halten eine Pflicht zum Tragen von Masken jedoch für überflüssig. Das Tragen einfacher Stoff-Masken in der Öffentlichkeit schade zwar nicht – helfe aber auch nicht viel. Weitere 21 Prozent warnen sogar deutlich vor einer Maskenpflicht. Die Träger wähnten sich dann in trügerischer Sicherheit, vernachlässigten eventuell den Sicherheitsabstand, berührten zu oft mit den Händen das Gesicht oder desinfizierten die Masken nicht in ausreichendem Maße, lauten die Befürchtungen mancher Ärzte.

Maskenpflicht in Arztpraxen sinnvoll?

Auswahl von Atemschutzmasken.
Quelle: Aaron Amat / 123rf.com und           Telsonic

Für eine Maskenpflicht in Arztpraxen sprach sich ebenfalls die Mehrheit der befragten Mediziner aus: 61 Prozent halten dies für angebracht, da ihnen feste Vorgaben Diskussion mit uneinsichtigen Patienten ersparen könnten. 25 Prozent sehen eine generelle Verpflichtung für Masken in Arztpraxen eher kritisch. Das müsse jeder Arzt für seine eigene Praxis entscheiden und umsetzen, so die Argumentation. 14 Prozent halten eine Maskenpflicht gar für gefährlich. Selbstgebaute Masken und inkonsequente Handhabung könnten eher zur zusätzlichen Infektionsgefahr werden.

Und wie sieht es in den Praxen im Moment aus? In rund jeder vierten Praxis (24 Prozent) werden im Wartezimmer derzeit konsequent Masken getragen, weil das Praxisteam dies fordert. Kommt ein Patient ohne Maske, bekommt er eine gestellt. Etwas über die Hälfte der Ärzte (54 Prozent) berichtet dagegen, dass nur ein Teil der Patienten eine Maske trage. Die Praxis freue sich über jeden Patienten, der eine Maske mitbringe – jedoch könne dem Rest keine Bedeckung zur Verfügung gestellt werden. 22 Prozent gaben schließlich an, dass im eigenen Wartezimmer kaum Masken zu sehen seien.

Auch die für Ärzte und Praxispersonal zur Verfügung stehenden Masken waren Thema der Umfrage: Immerhin 40 Prozent der Mediziner gaben an, dass sich die Lage inzwischen entspannt habe. Es seien nun genug Masken vor Ort. Allerdings betonten satte 55 Prozent, dass nach wie vor nur wenige Masken für das medizinische Personal zur Verfügung stünden. Die Masken müssten daher häufiger genutzt werden, als es eigentlich empfehlenswert sei. 5 Prozent gaben an, dass sie ohne Maske Patienten behandelten, da keine verfügbar seien.

Fehlende Masken, ihr deutlich zu seltener Austausch aufgrund der langen Lieferdauern aus dem Ausland, aber auch die Tatsache, das bisherige Lieferungen oft nicht einmal den Hygienemindeststandards entsprechen ist für eine Reihe von deutschen Unternehmen Grund genug, Masken in Deutschland herzustellen.

Schneiden und Schweißen mit Ultraschall

Ultraschallkomponenten für den Anlagenbauer Quelle: Telsonic

So beschäftigt die Massenproduktion von Atemschutzmasken heute ganz unterschiedliche Branchen. Viele Unternehmen werden zu Quereinsteigern, um die benötigten Stückzahlen zu fertigen. Ultraschalltechnologie kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten, denn mit ihrer Hilfe lassen sich Atemschutzmasken (Bild 1) besonders ressourcenschonend, schnell und wirtschaftlich konfektionieren. Der Ultraschallspezialist Telsonic (vgl. Firmenkasten) hat auf die aktuelle Situation reagiert und bietet bei deutlich verkürzten Lieferzeiten für die Produktion von Atemschutzmasken passgenaues Equipment einschließlich kompetenter Beratung an.

Atemschutzmasken bestehen je nach Verwendungszweck aus verschiedenen Vlies- und Deckstoffschichten. Die flachen Zuschnitte, die das Ausgangsprodukt für die Masken bilden, müssen einer bestimmten Form entsprechen und dürfen an den Schnittkanten nicht offen sein. Beide Anforderungen lassen sich mit der Ultraschalltechnik in nur einem Arbeitsgang erfüllen. Mit einer Formmatrize und eines mit Ultraschallfrequenz schwingenden Werkzeuges lassen sich Konturteile wirtschaftlich austrennen und gleichzeitig wird durch Erwärmung im Schnittbereich die Randzone versiegelt. Auch Öffnungen für Ventile oder Durchführungen zum Einschlaufen der Tragebänder lassen sich mit dem Trenn-Schweißverfahren schnell und mit sauberen Schnittkanten realisieren. An der Klinge bilden sich keine Rückstände, das Verfahren ist praktisch verschleißfrei, benötigt nur wenig Energie und keine Zusatzstoffe, wie z.B. Kleber. Zudem sind die Zykluszeiten ausgesprochen kurz. Die modular aufgebauten Ultraschallkomponenten (Bild 2) von Telsonic sind zudem sehr flexibel in automatische Fertigungslinien integrierbar. Die Steuerungssoftware der Ultraschallsysteme bietet verschiedene Schweißmodi und Trigger-Funktionen sowie die Möglichkeit mehrstufiger Amplituden- und Kraftprofile. Damit lassen sich alle Schneid-, Trennschweiß- und Fügeoperationen bei der Schutzmaskenproduktion in hoher Fertigungsqualität abdecken, angefangen vom Zuschnitt und der Schnittkantenversiegelung bis hin zum Einschweißen des Atemventils und der Fixierung von Nasenbügeln sowie der Tragebänder.

Markus Scheuber, Head of Sales Plastic Welding der der Telsonic AG

Telsonic

Die Telsonic Gruppe mit Hauptsitz in Bronschhofen (Schweiz) ist seit 1966 mit technologischen Ultraschall-Lösungen in Europa, Amerika und Asien vertreten. Ständige Innovationen tragen dazu bei, dass sich das Unternehmen in vielen Anwendungen einen Vorsprung erarbeitet hat, der den Anwendern Mehrwert bietet. Das inhabergeführte Familienunternehmen mit über 250 hochqualifizierten Mitarbeitern hat sich auf das Kunststoff- und Metallschweißen sowie das Reinigen, Sieben und Schneiden mit Ultraschall spezialisiert. Diese Kompetenzen sind bei aktuellen Trendthemen stark gefragt, z.B. bei Leichtbau, Elektromobilität, Batterieherstellung, Verpackungsindustrie, Medizintechnik und 3D-Druck.

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