Beste Berufsaussichten in Elektrochemie und Galvanotechnik

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Moderne Beschichtungen sind heute ein fester Bestandteil unseres Alltags. Dazu zählen besonders Schichten zum Korrosions- und Verschleißschutz etwa in der Fahrzeugindustrie, Edelmetallkontakte in der Elektrotechnik und Elektronik oder funktionelle Oberflächen in der Medizintechnik zum Beispiel für Spritzbestecke und Implantate. Augenfälliger noch sind dekorative Veredelungen, die in der Schmuckindustrie oder als Hightech-Beschichtungen zur Gestaltung von Bädern, Möbeln oder Haushaltsgeräten eingesetzt werden. Die große Anwendungsbreite sorgt für einen Markt mit hohen Wachstumsraten, was wiederum den Bedarf der Wirtschaft an der Entwicklung neuer Materialien und Schichten ankurbelt. Stichwort: innovative Nanobeschichtungen. Die Oberflächentechnik ist deshalb ein attraktives Feld für Ingenieure und Fachkräfte, die noch nach einer Spezialisierung oder späteren Arbeitsmöglichkeiten Ausschau halten.

Für Forschung und Entwicklung macht sich auch der Zentralverband Oberflächentechnik (ZVO) stark, indem er etwa die Stiftungsprofessur „Elektrochemie und Galvanotechnik“ zum 1. August 2010 an der Technischen Universität Ilmenau eingerichtet hat. Ermöglicht wurde sie durch eine gemeinsame Initiative der beiden Partner. Sie ist deutschlandweit die erste Stiftungsprofessur, die durch eine gesamte mittelständische Wirtschaftsbranche eingerichtet wurde und nicht, wie sonst üblich, von einem einzelnen Unternehmen. Die Stiftungsprofessur wird für fünf Jahre vom ZVO unterstützt. Dafür sind insgesamt Mittel von 400 000 Euro vorgesehen. Diese Basisausstattung dient der Einwerbung von Drittmitteln, die die Grundfinanzierung in den meisten Fällen um ein Vielfaches übersteigen. Nach dem Auslaufen der Stiftung wird die Stelle des Lehrstuhlinhabers in den Haushalt der Universität Ilmenau übernommen, worin ein erheblicher Vorteil für den ZVO und seine Mitgliedsunternehmen liegt. Mit Stiftungsbeginn hat Professor Andreas Bund den Lehrstuhl übernommen, seine Arbeitsgebiete liegen im Bereich der elektrochemischen Oberflächentechnik sowie der Energiespeicherung und -umwandlung.

Forschungsschwerpunkte der Stiftungsprofessur sind neben der elektrochemischen Oberflächen- und Energietechnik auch die digitale Simulation entsprechender Prozesse, ionische Flüssigkeiten als reaktive Medien in der Elektrochemie sowie leitfähige Polymere. Ein aktuelles Forschungsvorhaben ist zurzeit Alti2De. Das Kürzel steht für Alternative coatings to cadmium & hard chromium with potential for 2nd generation developments. Ziel ist die REACH-konforme Entwicklung neuer Beschichtungen, die sämtliche der hohen Anforderungen der Luft- und Raumfahrt erfüllen. Im Projekt „Linking of Model and Commercial Active Materials for Lithium Ion Batteries by In-situ Determination of Thermodynamic and Kinetic Data“ geht es hingegen um die Entwicklung umweltfreundlicher Energie aus Lithiumionenbatterien als effiziente und skalierbare elektrochemische Energiespeicher. Derartige Speicher sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg, die Energieversorgung in der Zukunft noch umweltfreundlicher zu realisieren, sowie die Grundlage für eine nachhaltige Elektromobilität. Ebenso spannend ist LasVeGaS – hinter dem „Spielerparadies“ verbirgt sich die „Langzeitstabile Vorderseiten-Metallisierung auf Basis umweltfreundlicher galvanischer Schichten“. Ziel dabei ist es, die Produktkosten durch die Optimierung der Vorderseitenkontaktierung von Siliziumsolarzellen deutlich zu verringern.

Konsequente Nachwuchsförderung in der Oberflächentechnik

Um die konsequente Nachwuchsförderung und Weiterbildung auf dem Gebiet der Oberflächentechnik zu unterstützen, hat die TU Ilmenau zum Wintersemester 2013/14 den deutschlandweit einzigartigen Masterstudiengang „Elektrochemie und Galvanotechnik“ eingeführt, den man beispielsweise mit einem Bachelor-Abschluss in Werkstoffwissenschaft, Materialwissenschaft, Werkstofftechnik oder einem anderen naturwissenschaftlichen, ingenieurwissenschaftlichen oder technischen Abschluss absolvieren kann. „Der viersemestrige Studiengang richtet sich an Interessenten, die eine Spezialisierung auf dem Gebiet der Elektrochemie und Galvanotechnik anstreben“, erklärt Professor Bund. Das Masterstudium setzt seinen inhaltlichen Fokus auf ein umfassendes Verständnis elektrochemischer Vorgänge.

Das Studienprofil orientiert sich stark an den Bedürfnissen der Galvano- und Oberflächenbranche. Auch hier arbeitet die TU Ilmenau eng mit dem ZVO sowie mit vielen Wirtschaftsunternehmen der Branche zusammen. Der ZVO organisiert zum Beispiel renommierte externe Lehrveranstaltungen – ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal des Studienganges – und ist auch in die Lehrveranstaltungen im Wahlmodul sowie in die Organisation der praktischen Arbeiten, also bei Projekt- und Masterarbeit involviert. Masterstudierende haben vom Studienbeginn an die Möglichkeit, verschiedene Forschungsbereiche aktiv mitzugestalten, wie zum Beispiel:

  • Entwicklung und Charakterisierung von Aktivmaterialien und Elektrolyten für elektrochemische Speicher,
  • neuartige Schichtsysteme (Metalle, Legierungen, Komposite) für dekorative und funktionelle Anwendungen sowie
  • numerische Simulation elektrochemischer Prozesse.

Exzellente Berufsaussichten für Absolventen aus Ilmenau

„Absolventinnen und Absolventen des Masterstudienganges erwartet eine exzellente Perspektive mit einem breiten und spannenden Tätigkeitsspektrum in forschungs- und innovationsorientierten Berufsfeldern“, ist sich Bund sicher, der nach dem Sommersemester 2015 die ersten Masters of Science in die Industrie schicken kann. Sie sollen dort oder in Forschungseinrichtungen grundlagenorientierte und anwendungsnahe Herausforderungen der elektrochemischen Forschung und Entwicklung meistern. Das erworbene Fachwissen ermöglicht ihnen eine selbstständige und rasche Einarbeitung in zukünftige Technologien der Elektrochemie und Galvanotechnik sowie angrenzender Gebiete wie Werkstoffwissenschaft oder Plasmatechnik. Absolventen haben beste Berufsaussichten in den Industriezweigen Medizintechnik, Elektronik und Telekommunikation, Metallverarbeitung, Automobil-, Flugzeug- sowie Maschinen- und Anlagenbau. Als besonders zukunftsträchtige Felder gelten zudem aufgrund der aktuellen Entwicklung die nachhaltige Energieversorgung und die Elektromobilität.

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