DESERTEC-Schulen – Interview mit Prof. Beatrix Palt

Der „CLUB OF ROME“ wurde 1968 als internationale „Denkfabrik“ gegründet. Unter seiner zukunftsweisenden Botschaft: „Grenzen des Wachstums, aber keine Grenzen für das Lernen!“ haben sich 16 Schulen unterschiedlicher Schulformen in ganz Deutschland zusammengeschlossen. Sie stehen zusammen für ihre Bildungsziele, die sie in ihrem gemeinsamen Leitbild unter dem Motto: „Global denken, Global handeln“ verankert haben.

Der „Club of Rome“ (CoR) trägt die DESERTEC-Idee, der nachhaltigen Energieversorgung weit in die Gesellschaft hinein. Dazu unterstützt er Schulen, sich mit dem Leitgedanken des „CoR“ stärker bzw. schwerpunktmäßig auseinander zu setzen. Dazu ein Interview mit Prof. Dr. Beatrix Palt, Vorsitzende des Fachbeirates der CoR Schulen.

Frage: Was bedeutet „Club-of-Rome-Schulen“?

Prof. Palt: (Die Frage war d. Red.): „Was können die Schulen tun, um ein Bewusstsein für die Umwelt zu entwickeln und den Zusammenhang zwischen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft“ zu lehren, und sie (die Kinder und Jugendlichen die Red.) zu verantwortungs-vollen Menschen zu erziehen, die von sich aus, daran arbeiten, die Zukunftsfähigkeit zu sichern.

Frage: Wo gibt es diese Schulen?

Prof. Palt: Die „Club-of-Rome-Schulen“ sind bisher ein nationales Projekt, in Deutschland entstanden und ha-ben noch nicht den Sprung über die deutschen Grenzen geschafft. Wir haben 17 Schulen über die ganze Bun-desrepublik verteilt. Wenngleich Hamburg als kleiner Stadtstaat mit fünf Schulen überproportional vertreten ist.

Frage: Sind sie den staatlichen Schulen gleichgestellt?

Prof. Palt: Das sind ganz normale öffentliche Schulen. Wichtig ist, dass Schüler, Schulleiter, Lehrer und die Eltern dem Gedanken der Nachhaltigkeit folgen wollen und darauf ihre Unterrichtskonzepte anpassen, und Pro-jektarbeiten fachübergreifend bearbeiten.
Schulen können auf uns zukommen und ein Zertifizie-rungsprogramm durchlaufen. Und wir unterstützen sie bei dem Prozess, Grundsätze zu entwickeln und einen Plan für fünf Jahre aufzustellen. Dabei stellen sich unterschiedliche Fragen: „Wie wollen wir uns in den fünf Jahren weiter entwickeln?“,“Was für Projekte wollen wir machen?“ und „Welche Ziele setzen wir uns?“. Insofern durchläuft jede Schule einen anderen Prozess und hat andere Ziele, die zu ihr passen. Das ist eine individuelle Gestaltung.

Frage: Was für Ziele können das sein?

Prof. Palt: Natürlich steht das Ziel Nachhaltigkeit im Vordergrund. Aber dann gibt es Ausprägungen von Schule zu Schule. Es gibt Schulen, die beschäftigen sich stark mit Wasser, der Region oder dem Stadtteil, in dem sie sind. Da sind die Schulen frei, ihre eigenen Schwerpunkte zu setzen.

Frage: Wann haben Sie das Projekt „Club-of-Rome- Schule“ begonnen?

Prof. Palt: Der Prozess begann 2003, die erste Schule ging 2004 an den Start. 2009 sind die ersten Schulen zertifiziert worden.

Frage: Also praktisch eine ISO für Schulen. Wie sind ih-re Erfahrungen?

Prof. Palt: Unsere Erfahrungen sind durchweg positiv. Natürlich ist es dort am einfachsten, wo innerhalb des Lehrkörpers wenig Fluktuation ist. Aber die Schüler sind begeistert, die Eltern ziehen mit. Und wenn sich eine Schule einmal entschlossen hat, dann stehen alle Lehrer auch dahinter. Sie haben eine andere Kultur, ein anderes Leitbild und ein anderes Miteinander, dass die-se Schulen durchgehend prägt.

Frage: würden Sie die Prognose wagen, dass wir durch dieses Projekt, mehr MINT-Absolventen bekommen?

Prof. Palt: Das ist eine Hypothese, der wir bislang nicht explizit nachgegangen sind. Die MINT-Fächer stehen insofern im Fokus der „Club-of-Rome-Schulen“, als das wir den Ansatz haben, dass Umweltschutz nicht vorrangig durch Verzicht entstehen muss, sondern durch intelligente Lösungen und intelligente Technolo-gien. Dafür benötigen wir natürlich Wissenschaftler. Wir lehren nicht Verzicht, sondern Toleranz, Fairness miteinander. Es geht darum, den Blick auf die Welt zu öffnen und den Kindern zu vermitteln; Wie können wir die Welt so gestalten, dass wir fair miteinander umge-hen. Da werden Technologien eine Rolle spielen. Im Moment suchen wir Sponsoren, um die Expansionspha-se bewältigen zu können.

Frage: Wie gehören DESERTEC und die „Club-of-Rome-Schulen“ zusammen?

Prof. Palt: DESERTEC ist eine Initiative des „Club of Rome“, die erst einmal nichts mit den Schulen zu tun hat. Allerdings wurden auf der Jahresschulkonferenz im letzten November, die „Club-of-Rome-Schulen“ mit dem DESERTEC-Atlas ausgestatet. Und DESERTEC ist in den „Club-of-Rome-Schulen“ das Grundthema dieses und des folgenden Jahres. Der DESERTEC-Atlas ist so aufgebaut, dass man in allen Jahrgängen damit arbeiten kann.

Hertha-Margarethe Kerz

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