Mai 02 2020

Die Wirtschaft in Coronazeiten

Niederlagen in Siege umwandeln ist das Bestreben eines jeden Menschen, wenn er bereit ist, die Herausforderungen eines jeden Tages seines Lebens in Angriff zu nehmen. Und Corona könnte für die deutsche Industrie einen Sieg bedeuten – wenn die sich aus der Krise ergebenden Chancen genutzt werden.

Während sich die Finanzminister schon seit 2016 die Haare raufen, wie sie die Tragfähigkeitslücke der nächsten Jahre, also die vermutlichen Mindereinnahmen des Staates, ausgleichen könnten, ohne ihr Wahlversprechen, das Renteneintritsalter nicht zu erhöhen, zu brechen, auffangen könnten, kam ihnen Corona doch gerade recht.

Die Neuverschuldung des Staates wird sich in einem nie dagewesenen Rahmen bewegen. Aber die Wirtschaft kann stark daraus hervorgehen.

Alle Anstrengungen müssen sich jetzt auf die drohende und sicher eintretende Rezession richten, die es zu überwinden gilt. Wir haben genügend Wirtschaftsinstrumente um diese Krise zu überwinden:

Dazu muss der Staat aber endlich Stellung beziehen, wie lange er noch gedenkt, das Grundgesetz zu missachten und dadurch die wirtschaftliche Entscheidungsfreiheit zu konterkarieren. Denn allen Maßnahmen voran, muss jetzt die Binnennachfrage angeschoben werden. Doch das kann nur gelingen, wenn der Konsument Perspektiven für sich sieht. Momentan sieht er gar nichts. Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und vor allem die Trödelei und hysterische Angst bei den Lockerungsmaßnahmen sind nicht gerade dazu angetan, eine positive Kauflaune zu erzeugen.

Es muss eine der ersten Maßnahmen sein, eine positive Stimmung und mehr Vertrauen in die Wirtschaft herzustellen.

Die Tarifpartner müssen sich darauf konzentrieren, die Arbeitsplätze zu sichern, aus der Kurzarbeit herauszukommen und vor allem gegen die Arbeitslosigkeit zu verhandeln, anstatt sich über Lohnerhöhungen zu streiten.

Hier sind die Gewerkschaften endlich in die Pflicht zu nehmen, sich sowohl um Min- und Middijobber zu kümmern, als auch endlich das Heer der Arbeitslosen zu beachten. Die Gewerkschaften müssen endlich begreifen, dass auch sie ihre Zielsetzungen im 21. Jahrhundert den Notwendigkeiten anpassen müssen.

Gerade jetzt, trotz sich leerender Kassen, sollte ein umfangreiches öffentliches Investitionsprogramm aufgelegt werden. Straßen, Bahnlinien, Brücken, Kanäle, die Digitalisierung, Investitionen im schulischen Bereich, sowohl bezüglich der Ausbildungsqualität, als auch der Ausstattung, Universitäten, Kitas und was da mehr anliegt.

Die Industrie könnte durch Investitionszulagen ermuntert werden, die technologischen Probleme, entstanden und entstehend durch die Umweltverschmutzung, den Klimawandel und ähnliche Störungen in Angriff zu nehmen. Wo beispielsweise sind neue Technologien für die Felderbewässerung wie im arabischen Raum, angesichts immer häufiger auftretender Dürren? Wo sind effektive Zisternenentwicklungen zum Auffangen des Wassers in Trockenzeiten? Wo sind Leuchtmittelentwicklungen gegen den Insektentod? Wo sind technische Entwicklungen, die das Abwasser auch von Medikamentenrückständen befreien? Wo sind Entwicklungen, die auf Feldern nicht alles Leben vernichten, sondern Schädlinge verjagen? Wo sind Entwicklungen, die das Waschwasser der privaten Haushalte effizienter reinigen? Wo sind die E-Tankstellen oder gar eine E-Betankung über Bodenschleifen? Wo sind die Innovationen für den völligen Umstieg von Benzinern zum E-Betrieb? Wo sind die Innovationen in der Müllentsorgung und damit vorgeschaltet die Innovativen in der Verpackungsbranche?

Eine Verkürzung der Arbeitszeiten könnte mehr Menschen wieder in Arbeit bringen, was die Stimmung in der Bevölkerung hebt und damit die Kauflaune befeuert. Hören Menschen, dass in ihrer Umgebung die Arbeitslosigkeit grassiert, halten sie ihr Geld fest. Ein Regierungsprogramm, um Arbeitsplätze zu sichern und zu stabilisieren, käme hier gerade recht.

Dies beinhaltet gleichzeitig einen Ausbau des Kinderbetreuungsangebotes im weitesten Sinne. Corona hat gezeigt, welchen Belastungen sowohl Kinder, als auch Arbeitnehmer ausgeliefert sind, wenn sie sich um die Betreuung der Kinder sorgen, sich sogar selbst um sie kümmern müssen.

Dabei muss die Regierung in der EU, Vorreiter für diese expansive Investitionspolitik werden, um die anderen Länder mitzuziehen.

Die Europäische Zentralbank hat die Zinsen in dieser Zeit nicht zu erhöhen.

Gleichzeitig müssen Unternehmer schneller an Kredite mit sehr langen Lauzeiten und niedrigen Zinsbelastungen gelassen werden.

Während sich Banken in noch so kleinen Krisen auffangen lassen, geben sie der Gesellschaft nie etwas zurück. Langsam könnten sie sich eines Besseren besinnen. Beispielsweise könnten sie über eine Minimierung der Kontoführungsgebühren nachdenken. Ein kleiner Schritt für die Banken, eine große Ersparnis für die Kunden – aber vor allem ein Signal. Endkundenkredite mit sehr langen Laufzeiten und niedrigen Zinsen währen ein weiteres probates Mittel um die Wirtschaft anzukurbeln. Auch an eine Verringerung der Überziehungszinsen wäre zu denken und würde ein Übriges für die Ankurbelung der Wirtschaft tun.

Einschnitte in das soziale Netz werden nichts bringen, da die Menschen so schon verunsichert sind, und ihr Geld erst recht festhalten.

In diesem Zusammenhang kann die Idee, jedem Bürger einen gewissen Betrag zur Unterstützung ihrer Kaufkraft und gewissen Branchen zukommen zu lassen, durchaus positive Effekte hervorrufen und eine Stabilisierung und Sicherung gelingen lassen.

Ziel dieser Maßnahmen muss immer sein, die Minderauslastung der Industrie zu minimieren.

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