Europäisch-japanischer Technologietransfer – Toptechnologien aus Mittelhessen

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Zwei von der TransMIT betreute Projekte belegen in einer Studie des EU-Japan Centre for Industrial Cooperation Spitzenplätze in der Kategorie „Toptechnologien aus Deutschland“

In einer aktuellen Studie des EU-Japan Centre for Industrial Cooperation zur Förderung des Technologietransfers zwischen der EU und Japan wurden in diesem Jahr zwei innovative Technologien der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) für die vorderen Plätze der Länderkategorie „Toptechnologien in Deutschland“ ausgewählt. Während die an der THM entworfenen neuartigen Bewehrungselemente für den Stahlbetonbau den dritten Rang belegen, konnten die an der JLU entwickelten energieeffizienten Smart Windows sogar die Spitzenposition der begutachteten Technologien innerhalb des Länderrankings erreichen. Beide Projekte werden von der TransMIT Gesellschaft für Technologietransfer mbH betreut und verwertet.

Die Studie European Industrial Technologies of High Cooperation and Business Potential with Japan wurde im Auftrag des EU-Japan Centre for Industrial Cooperation mit finanzieller Unterstützung der EU und der Regierung Japans von einem internationalen Konsortium von Beratungs- und Technologietransferunternehmen initiiert und europaweit durchgeführt. Der Bericht soll den Austausch im Rahmen des Industriedialogs EU-Japan intensivieren und ergänzen, indem er eine Momentaufnahme europäischer Technologien mit hohem Investitions- und Kooperationspotenzial für Japan bereitstellt. Dabei fokussiert sich die Bewertungsmethode des handlungsorientierten Projektes insbesondere auf den Wettbewerbsvorteil von Technologien und deren Marktpotenziale.

Das von Prof. Gerd Günther an der Technischen Hochschule Mittelhessen entworfene drittplatzierte Durchstanz-Bewehrungssystem kommt im Stahlbetonbau zum Einsatz und umfasst einteilige (Z-Bleche) und zweiteilige (L-Bleche) Bewehrungselemente. Diese Bewehrungselemente sind sowohl in Ortbeton als auch in Halbfertigteilen einsetzbar und erstrecken sich über die volle Höhe der Bewehrung. Im Vergleich zu herkömmlichen Systemen ermöglicht die Verwendung der zweiteiligen Bewehrungselemente in Halbfertigteilen eine sehr viel schnellere und damit kostengünstigere Installation. Das innovative Durchstanz-Bewehrungssystem ist bereits bauaufsichtlich zugelassen für Deckenplatten, Fundamente und Bodenplatten.

„Smart Windows bzw. Intelligentes Glas ist eines der aufstrebenden Segmente im Markt der Architektur- und Bauindustrie. Auch in der Automobilindustrie gibt es eine starke Nachfrage nach dem intelligenten Glas, das über großes Potenzial in Japan verfügt“, begründen die Autoren der Studie die Auswahl der Technologie aus Gießen für den ersten Platz im Länderranking. Mit dieser Entwicklung ist es möglich, die Aufheizung von Innenräumen durch die Sonne einfach zu steuern, ohne Steuer- und Regeltechnik oder Strom. Anhand der energieeffizienten Fensterglasbeschichtung wird die Wärmestrahlung der Sonne bei niedrigen Temperaturen durchgelassen und bei hohen Temperaturen reflektiert. Dementsprechend sorgt der Einsatz solcher Fenster dafür, dass sich der Innenraum im Sommer nicht weiter erwärmt, während im Winter die Sonne zur Heizung des Innenraumes beitragen kann.

Das von verschiedenen Wissenschaftlern an der Justus-Liebig-Universität vorangetriebene Projekt zur Verbesserung der Energieeffizienz wurde bereits im Jahr 2014 von einer Expertenjury des bundesweiten Wettbewerbs „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ als besonders innovative Lösung für die Herausforderungen der Stadt von morgen ausgewählt und im Rahmen einer Preisverleihung gewürdigt.

Das EU-Japan Centre for Industrial Cooperation wurde vor dreißig Jahren gegründet und ist ein „Joint Venture“ der Europäischen Kommission und des Ministry of Economy, Trade and Industry of Japan (METI). Die Aktivitäten der Non-Profit-Organisationzielt zielen darauf ab, alle Formen der Industrie-, Handels- und Investitionszusammenarbeit zwischen der EU und Japan zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit und Zusammenarbeit zwischen der EU und den japanischen Unternehmen zu verbessern, indem der Erfahrungs- und Know-how-Austausch zwischen der EU und den japanischen Unternehmen erleichtert wird.

Weitere Informationen
Der Report European Industrial Technologies of High Cooperation and Business Potential with Japan ist erhältlich

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TransMIT GmbH

Die TransMIT GmbH erschließt und vermarktet – mit rund 180 Angestellten – im Schnittfeld von Wissenschaft und Wirtschaft professionell die Potenziale von rund 7.000 Wissenschaftlern von mehreren Forschungseinrichtungen in und außerhalb Hessens. Direkt aus den drei Gesellschafterhochschulen der TransMIT GmbH (Justus-Liebig-Universität Gießen, Technische Hochschule Mittelhessen und Philipps-Universität Marburg) bieten derzeit 162 TransMIT-Zentren innovative Technologien und Dienstleistungen aus den Bereichen Biotechnologie/Chemie/Pharmazie, Medizin und medizinische Technologie, Technik/Ingenieurwissenschaften, Kommunikation/Medien/Literatur, Unternehmensführung/Management, Informations- und Kommunikationstechnologie an. Der Geschäftsbereich Patente, Innovations- und Gründerberatung widmet sich der Bewertung (Marktanalyse, Patentrecherche), dem Schutz und der Umsetzung von inter-/ nationalen Innovations- und Wachstumsvorhaben. Das Geschäftssegment IT-Solutions bietet Dienstleistungen rund um den effizienten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie. Die TransMIT-Akademie führt Weiterbildungsveranstaltungen zu neuen Technologien und Entwicklungen durch. Die TransMIT GmbH hat bei mehreren Rankings im Auftrag verschiedener Bundesministerien jeweils den Platz 1 unter den 21 größeren Technologietransfer-Unternehmen in Deutschland erreicht.

Zu den Kunden der TransMIT GmbH zählen namhafte Unternehmen aus den Branchen Pharma/Medizin, Biotechnologie, Chemie, Automobil, Anlagen- und Maschinenbau, Elektrotechnik, Optik, Informationstechnologie, Neue Medien, Telekommunikation sowie Handel und Dienstleistung. Referenzprojekte sind u.a. das Mathematikmuseum zum Anfassen, H-IP-O (Hessische Intellectual Property Organisation), Aktionslinie hessen-teleworking, Aktionslinie hessen-biotech! sowie das Wissenschaftsportal der European Polymer Federation (EPF). Gegründet wurde die TransMIT GmbH 1996 als Gemeinschaftsprojekt der mittelhessischen Hochschulen, Volksbanken und Sparkassen sowie der IHK Gießen-Friedberg. Sie verfügt über Büros an den Standorten Marburg, Gießen, Friedberg und Frankfurt am Main.

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