Leibniz-Preise – Forschung von allerhöchster Qualität

DruckDFG vergibt Leibniz-Preise 2015

Acht Wissenschaftler erhalten wichtigsten deutschen Förderpreis und je 2,5 Millionen Euro Preisgeld / Verleihung am 3. März 2015 / Appell für mehr Vorschläge herausragender Wissenschaftlerinnen

Die neuen Träger des wichtigsten Forschungsförderpreises in Deutschland stehen fest: Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erkannte heute in Bonn acht Wissenschaftlern den Leibniz-Preis 2015 zu. Sie waren zuvor vom zuständigen Nominierungsausschuss aus 136 Vorschlägen ausgewählt worden. Von den acht neuen Preisträgern kommen jeweils drei aus den Naturwissenschaften und den Geistes- und Sozialwissenschaften und zwei aus den Lebenswissenschaften. Alle acht erhalten je ein Preisgeld von 2,5 Millionen Euro.

Mit dem – so der offizielle Name – „Förderpreis im Gottfried Wilhelm Leibniz-Programm der DFG“ für das Jahr 2015 werden ausgezeichnet:

  • Prof. Dr. Henry N. Chapman, Biologische Physik/Röntgenphysik, Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY), Hamburg, und Universität Hamburg
  • Prof. Dr. Hendrik Dietz, Biochemie/Biophysik, Technische Universität München
  • Prof. Dr. Stefan Grimme, Theoretische Chemie, Universität Bonn
  • Prof. Dr. Christian Hertweck, Biologische Chemie, Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (HKI), Jena, und Universität Jena
  • Prof. Dr. Friedrich Lenger, Neuere und Neueste Geschichte, Universität Gießen
  • Prof. Dr. Hartmut Leppin, Alte Geschichte, Universität Frankfurt/Main
  • Prof. Dr. Steffen Martus, Neuere deutsche Literatur, Humboldt-Universität zu Berlin
  • Prof. Dr. Tobias Moser, Auditorische Sensorik/Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Universität Göttingen

Vor der Entscheidung über die neuen Preisträger ging DFG-Präsident Professor Dr. Peter Strohschneider im Hauptausschuss der DFG ausführlich auf die diesjährige Auswahlrunde ein, in der für die bis zu zehn möglichen Preise nur acht Kandidaten und überdies keine Wissenschaftlerinnen nominiert wurden. „Der Leibniz-Preis wird seit jeher auf Vorschläge aus der Wissenschaft und nach dem alleinigen Kriterium allerhöchster Qualität vergeben“, betonte Strohschneider. „Auch in diesem Jahr gab es eine ganze Reihe guter Vorschläge. Stärker als in den Vorjahren hob sich jedoch eine geringe Anzahl von Vorschlägen sehr sichtbar von den übrigen ab, und nur sie erfüllten auch die höchsten Qualitätsansprüche. Dies hat nach intensiven Diskussionen dazu geführt, dass erstmals in der Geschichte des Leibniz-Preises die Zahl der möglichen Preise nicht ausgeschöpft wurde.“

Dass unter den nun Ausgezeichneten keine Wissenschaftlerin sei, sei im Hinblick auf die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Wissenschaft und die Diversität der Forschung unbefriedigend. „Allen voran die DFG selbst hätte es begrüßt, wenn in diesem Jahr erneut unter den Ausgezeichneten auch Wissenschaftlerinnen wären“, sagte Strohschneider und verwies darauf, dass noch im vergangenen Jahr vier Wissenschaftlerinnen den Leibniz-Preis erhalten hatten.

Der DFG-Präsident verband seine Ausführungen daher mit einem dringenden Appell an die vorschlagsberechtigten Einrichtungen der Wissenschaft, mehr herausragende Forscherinnen zu nominieren. „Wir sind auf die Vorschläge aus der Wissenschaft angewiesen, die wir nur sehr indirekt beeinflussen können. Wir wollen jedoch alles uns Mögliche tun, damit es künftig mehr Nominierungen von herausragenden Wissenschaftlerinnen gibt. So werden wir schon ab der kommenden Preisrunde bei der Einreichung mehrerer Vorschläge durch eine Universität oder Wissenschaftsorganisation nur diejenigen annehmen, die in gleicher Anzahl Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen benennen“, so Strohschneider.

wir stellen die ersten vier Preisträger auf der Liste vor, da ihre Arbeiten vermutlich starke Auswirkungen auf die Industrie haben werden.

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