MaSC – Originale identifizieren – Plagiate erkennen

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MaSC – Magnetic Security Code

Magnetisches Echtheitszertifikat – eine Kooperation der Universität Kassel
und der B. Braun Melsungen AG

Eine problematische Tendenz: bedingt durch die gestiegenen Verkaufsmöglicheiten im Internet und verstärkt durch die internationale Finanzkrise ist ein drastischer Anstieg von Plagiaten auf dem Markt erkennbar.

Verwunderlich ist aber, dass das Thema Plagiate bei vielen Unternehmen trotz der hohen Zahlen kaum auf der Tagesordnung steht. Vor allem Mittelständler widmen dem Schutz geistigen Eigentums zu wenig Aufmerksamkeit. Insgesamt nimmt das Bewusstsein der Unternehmen für diese Problematik aber zu.

Bekannte und beliebte Marken sind geradezu prädestiniert für Fälschungen. Aber noch sehr viel problematischer sind Arzneimittelfälschungen. Hierzu zählen Produkte ohne bzw. mit zu wenig oder falschem Wirkstoff sowie mit gefälschter Verpackung und / oder Gebrauchsinformation.

Etwa ein Zehntel der Medikamente weltweit sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefälscht! In einigen Regionen in Entwicklungsländern sind es sogar fast ein Drittel und mehr.

Da es in der Vergangenheit an sicheren, unkomplizierten und preiswerten Identifikationssystemen zur Auslese der Fälschungen gemangelt hat, hat dies den Fälschern zusätzlich in die Hände gespielt.

Vor diesem Hintergrund haben die Universität Kassel und die B. Braun Melsungen AG ein gemeinsames Forschungsprojekt zur sicheren Plagiatsabwehr initiiert und präsentieren die ersten funktionsfähigen Prototypen eines sicheren Systems – MaSC, das magnetische Echtheitszertifikat.

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Funktionsprinzip Quelle: B. Braun Melsungen AG
Funktionsprinzip
Quelle: B. Braun Melsungen AG

Mit dem magnetischen Sicherheitscode (MaSC) lassen sich Informationen auf Oberflächen aufbringen, die für das menschliche Auge unsichtbar sind. Diese Informationen können beliebige zweidimensionale Objekte sein (Text, Zahlen, Symbole). Die Information ist in der Magnetisierungsrichtung auf der Oberfläche gespeichert.

In der Abbildung ist das Funktionsprinzip des MaSCs dargestellt. Die Magnetisierungsrichtung codiert die Information (hier das Wort „B. Braun“).

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  • Der magnetische Sicherheitscode besteht aus einem Dünnschichtsystem unterschiedlicher Materialien und ist dünner als ein menschliches Haar (0,1 μm Dicke).
  • Der magnetische Sicherheitscode ist temperaturstabil und lässt sich autoklavieren.
  • Die Strukturen können bis zu einer minimalen Punktgröße von 1 μm 2 produziert werden. Eine Information der Größe eines QR-Codes lässt sich auf einer Fläche von unter 1 mm 2 schreiben.
  • Der magnetische Sicherheitscode kann derart maskiert werden, dass er für magnetische Analysemethoden (MFM, XMCD-PEEM) unsichtbar ist.

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Herstellung des Zertifikats Quelle: B. Braun Melsungen AG
Herstellung des Zertifikats
Quelle: B. Braun Melsungen AG

Zunächst erfolgt die Abscheidung des Dünnschichtsystems in einer Kathodenzerstäubungsanlage. Danach wird ein Fotolack mit der gewünschten Information aufgetragen. Die Struktur wird mittels einer bedruckten Folie erzeugt. Zuletzt erfolgt ein Beschuss mit hochenergetischen Heliumionen im magnetischen Feld, welche lokal die magnetische Information ins System schreiben. Abschließend wird der Fotolack entfernt.

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Das Auslesekonzept
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Auslesekonzept und Ausblick Quelle: B. Braun Melsungen AG
Auslesekonzept und Ausblick
Quelle: B. Braun Melsungen AG

Zur Detektion wird ein spezielles Auslesegerät benötigt (Arbeitsname: MaSC Mobile Detection System), von dem wir einen Prototypen hergestellt haben (Auslesung in wenigen Sekunden).

Die Auslesung der Informationen erfolgt optisch in einem mobilen oder stationären Analysator, in dem vom Informationsträger reflektiertes Licht mithilfe einer Kamera detektiert wird. Abhängig von der Magnetisierung der Oberfläche erfolgt eine Rotation der Polarisationsrichtung, sodass nach Passieren eines Polarisators ein Intensitätskontrast auf der Kamera entsteht.

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Ausblick
Echtheitszertifikat als Aufkleber:
Durch Verwendung von temperaturstabilen Kunststoffen (z. B. Kapton oder Aluminiumfolie) als Ersatz für das starre Silizium kann das Echtheitszertifikat prinzipiell auch mechanisch flexibel produziert werden. Die Rauhigkeitsanforderungen der Substrate sind abhängig vom Substratmaterial und werden vor Aufbringen der Schichten spezifiziert. Dies würde ein breiteres Anwendungsspektrum für das Echtheitszertifikat erzeugen, so wäre zum Beispiel auch ein Aufkleber denkbar.

In ersten Tests ließen sich bereits Sicherheitscodes auf Klebe- und Aluminiumfolie erzeugen und auslesen.

Kontakt:
GINo Gesellschaft für Innovation Nordhessen mbH

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