Okt 06 2020

So geht Pressemitteilung

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Wir im Industriebereich wünschen uns sachliche informative, möglichst nicht zu werbelastige Pressemitteilungen, weil Leser Werbung nicht wirklich interessant finden. Hier könnten sich einige Pressestellen von Unternehmen durchaus ein Scheibchen abschneiden – oder gleich ein Pressebüro beauftragen. Denn wenn Sie rechnen, wie viele PM von Ihnen ins Leere laufen, weil sie einfach schlecht sind, lohnt sich ein Pressebüro, das weiß, wie es geht, allemal. Gruß PHT.

Qualität, Relevanz, Originalität – idw-Preis für die beste Pressemitteilung

Die Pressestellen der Universität Tübingen, der Charité und des Alfred-Wegener-Instituts sind die Siegerinnen im Wettbewerb um den idw-Preis für Wissenschaftskommunikation. Nach dem Urteil der Jury veröffentlichten sie die drei besten Wissenschafts-Pressemitteilungen des Jahres 2019. 79 Pressestellen hatten sich beworben. Der idw-Preis würdigt Pressemitteilungen, die von hoher handwerklicher Professionalität (Qualität) sind, über einen überragenden Nachrichtenwert verfügen und wissenschaftlich relevant sind (Relevanz und Originalität). Die Preisverleihung fand diesmal nicht im Saal statt, sondern wurde in einem YouTube-Stream am 29. September 2020 veröffentlicht.

Die Laudationes hielt Josef Zens vom Vorstand des Informationsdienst Wissenschaft e. V. (idw) und zugleich Pressesprecher des Helmholtz-Zentrum Potsdam, Deutsches Geoforschungszentrum (GFZ). Zens fasste den Wettbewerb zusammen: „Es gab es 79 Einreichungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Jedes Jurymitglied konnte drei Pressemitteilungen nominieren. Manche waren so gut, dass sie von mehreren Jurymitgliedern nominiert wurden, so dass es am Ende zwölf in die Endauswahl schafften. Die Arbeiten wurden nach den Kriterien Qualität, Relevanz und Originalität bewertet.“

Platz 1 belegt die Pressemitteilung „Neuer Vorfahr des Menschen in Europa entdeckt“ der Stabsstelle Hochschulkommunikation der Eberhard Karls Universität Tübingen. Diese PM ist zudem die höchstbewertete in den Einzelkategorien „Nachrichtenwert“ und „wissenschaftliche Bedeutung“.

Jurymitglied Dr. Daniel Lingenhöhl (Spektrum der Wissenschaft) lobt: „Die Pressemitteilung lässt kaum eine Frage für Wissenschaftsjournalisten offen: Der Fund wird verständlich beschrieben und eingeordnet. Sie liefert Zitate, Bilder und beschreibt den weiteren Rahmen, in dem die Funde getätigt wurden. Und sie liefert Hinweise auf eine andere Studie, die hilft diese Entdeckung einzuordnen. Zudem werden neben den Ansprechpartnern auch die Originalstudien als Quelle angegeben. Kurz: eine Pressemitteilung, wie man sie sich als Wissenschaftsjournalist nur wünscht!“

Jurymitglied Magdalena Schaeffer (DFG) ergänzt: „Die Pressemitteilung ist bei allen Superlativen in Sachen Nachrichtenwert sachlich und klar geschrieben und es wird immer auch deutlich gekennzeichnet, wo es sich um Erkenntnis oder offene Forschungsfragen handelt.“

Die Sieger erhalten ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro und eine öffentlich anzubringende Tafel, die den Erfolg dauerhaft dokumentiert.

Auf Platz 2 kommt die Pressemitteilung „Warum ein Comic Patienten besser auf eine OP vorbereitet“ der Unternehmenskommunikation der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Diese PM ist zugleich die höchstbewertete in der Kategorie „handwerkliche Qualität“.

Jurymitglied Dr. Norbert Lossau (Welt) hatte den Text nominiert, weil er „das interessante Forschungsergebnis bestmöglich präsentiert“ findet: „Diese Pressemitteilung ist handwerklich perfekt gemacht. Bereits nach der Lektüre der Überschrift ist klar, worum es geht. Der Teaser enthält genau die richtige Menge an Information – nicht zu viel und nicht zu wenig. Die folgende Pressemitteilung hat die optimale Länge und Informationsdichte, enthält gut verwertbare Zitate und erschließt mögliche Ansprechpartner für weitergehende Recherchen. Natürlich profitiert diese Pressemitteilung auch von dem hohen Nachrichten- und Nutzwert des Themas sowie der attraktiven Optik.“

Das Preisgeld für den zweiten Platz beträgt 1.000 Euro.

Wie im Vorjahr belegt Platz 3 eine Pressemitteilung der Stabsstelle Kommunikation und Medien, Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (Bremerhaven): „Transpolardrift geschwächt – Meereis schmilzt bereits in seiner Kinderstube“ 

Jurymitglied Claudia Burger (VDI nachrichten) begründet, warum sie diese PM nominiert hat: „Die Pressemitteilung berührt ein Thema, das im Zuge der Diskussion um den Klimawandel Brisanz hat. Sie zeigt, dass die Entwicklungen in den vergangenen 20 Jahren gravierend und die Folgen der Meereisschmelze nicht absehbar sind. Sie stellt Zusammenhänge und Forschungsergebnisse auch für Nichtfachleute verständlich dar und leistet somit einen wichtigen Beitrag zum aktuellen Diskurs rund um das Thema der globalen Erwärmung. Der Leser wird mitgenommen auf die Reise durch die Transpolardrift und erfährt auf anschauliche Weise den Weg des Meereises und seine Bedeutung für die Natur. Der Aufbau der Pressemitteilung ermöglicht es, schnell zu erfassen, wo das ,Problem‘ liegt, wie es entsteht und fügt Schritt für Schritt weitergehende Informationen hinzu, so dass sich die Leserin oder der Leser schrittweise noch weitergehendes Wissen aneignen kann. Erfreulicherweise wird auf Fachtermini weitestgehend verzichtet, so dass die Lektüre effizient ist. Begriffe, die nicht geläufig sind, werden gut erklärt.“

Das Preisgeld für den dritten Platz beträgt 500 Euro.

„Der Preis steht für Qualität. Der idw steht für Qualität. Und ich im Vorstand mache mich für die Qualitätssicherung stark: Qualität ist mir eine Herzenssache“, so Zens. Der Laudator, 2016 (damals noch nicht idw-Vorstandsmitglied) selbst Preisträger, betonte die Notwendigkeit professioneller Öffentlichkeitsarbeit: „Der Preis macht sich gut im Lebenslauf, klar. Anerkennung der Professionalität von außen wirkt auch nach innen. Der Preis hilft hoffentlich, das Standing der Pressestellen in den Einrichtungen bei den Forschenden zu erhöhen. Professionelle Wissenschaftskommunikation ist eben nicht etwas, das jeder kann und das man nebenbei macht; das ist hoch anspruchsvoll. Wer das erkennt, der hört vielleicht mehr auf die Pressestelle, wenn die einen Rat gibt, der übt weniger Druck aus – das ist mein Wunsch.“

Der idw-Preis:
Journalistenpreise gibt es mehr als 500 allein in Deutschland. Ein wichtiges Rohmaterial für journalistische Arbeiten wird jedoch selten ausgezeichnet: gute Pressemitteilungen. Darum verleiht der Informationsdienst Wissenschaft (idw) e. V. den idw-Preis für Wissenschaftskommunikation für die drei besten Pressemitteilungen, die im Vorjahr über idw-online.de veröffentlicht worden sind – in diesem Jahr zum elften Mal.

Auf der idw-Website werden jährlich rund 20.000 Pressemitteilungen aus mehr als 1.000 wissenschaftlichen Einrichtungen verbreitet. Der idw gibt den angeschlossenen Pressestellen Qualitätsstandards für die Inhalte vor; z. B. sind werbliche Aussagen unzulässig. Als Qualitätsanreiz schreibt der idw jährlich den idw-Preis für Wissenschaftskommunikation aus. Der Preis würdigt im idw veröffentlichte Pressemitteilungen, die von hoher handwerklicher Professionalität (Qualität), überragendem Nachrichtenwert (Relevanz) und wissenschaftlicher Bedeutung (Originalität) sind. Die Jury gewichtet handwerkliche Qualität mit 50 %, Nachrichtenwert mit 40% und wissenschaftliche Bedeutung mit 10 %. Die Pressestellen erhalten das Preisgeld für Maßnahmen zur Qualitätssicherung und -verbesserung ihrer Kommunikationsarbeit.

Die Jury 2020:
– Claudia Burger, Redakteurin im Ressort Wirtschaft / Management / Karriere, VDI nachrichten
– Dr. Daniel Lingenhöhl, Chefredakteur Spektrum der Wissenschaft
– Dr. Norbert Lossau, Chefkorrespondent Wissenschaft, Die Welt – Welt am Sonntag
– Magdalena Schaeffer, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG und idw-Vorstandsmitglied
– Patrick Bierther, im idw für den Preis zuständig

Über den idw:
Der Informationsdienst Wissenschaft e. V. (idw) ist das größte Nachrichtenportal für Wissenschaft und Forschung im deutschsprachigen Raum. Er bringt Wissenschaft und Öffentlichkeit zusammen, indem er über 1.000 Mitgliedseinrichtungen aus der Wissenschaft ermöglicht, Nachrichten und Termine zu veröffentlichen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Medien zu vermitteln. Er betreibt ferner eine Wissenschaftsbilder-Datenbank. Der idw hat rund 40.000 AbonnentInnen, darunter mehr als 8.000 JournalistInnen.

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