Umweltbewusstes Arbeiten mit Schneidanlage

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Gastbeitrag

Vor der Einleitung in die Kanalisation: Schwebstoffe aus dem Abwasser entfernen
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Wasserstrahlschneiden - Beim Wasserstrahlschneiden fallen je nach Schneidgut unterschiedliche Fest- und Schwebstoffe an.  Foto: WOMA
Wasserstrahlschneiden – Beim Wasserstrahlschneiden fallen je nach Schneidgut unterschiedliche Fest- und Schwebstoffe an.
Foto: WOMA

Beim Wasserstrahlschneiden fallen Fest- und Schwebstoffe an, die auch in das Abwasser gelangen. Für eine umweltgerechte Entsorgung muss es gereinigt werden. Hierfür schreibt der Gesetzgeber seit 2010 strengere Grenzwerte vor. Bisher konnten diese mit den üblichen Absaug- und Absetzsystemen häufig nur schwer eingehalten werden, da einige Schadstoffe nicht erfasst wurden. Eine neue Technik sorgt jetzt dafür, dass auch sehr feine Partikel im Abwasser ausflocken und herausgefiltert werden können.

Soll Abwasser in die Kanalisation geleitet werden, schreibt das Wasserhaushaltsgesetz Grenzwerte für Rückstände an Schweb- und Feststoffen vor. Diese gelten auch für die Betreiber von Wasserstrahlschneidanlagen:
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  • Bei Feststoffen liegen sie in der Regel bei 15 ml/l (kommunal verschieden). Beispiele sind Abrasivsand aus Granat, Schneidpartikel und Reste der zu bearbeitenden Werkstoffe (Dichte > 1g/cm³). Werden sie nicht entfernt, kann es zu Ablagerungen und Verstopfungen in der Kanalisation kommen.
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  • Für Schwebstoffe gilt eine Obergrenze von 50 mg/l. Mit einer Größe von 0,5-30 µm benötigen sie länger als 72 Stunden, um sich abzusetzen. Bei einer Größe von unter 5 µm spricht man von gelösten Stoffen – zum Beispiel gelöste Schwermetalle aus Stahllegierungen. Ein hoher Schwebstoffgehalt beeinträchtigt die Lichtdurchlässigkeit und damit die Entwicklung der Flora und Fauna im Wasser.
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Einleitungsanlage Mit der neuen Einleitungsanlage werden bestehende Filteranlagen ergänzt und so für eine umweltgerechte Filterung des Abwassers gesorgt.  Foto: WOMA
Einleitungsanlage
Mit der neuen Einleitungsanlage werden bestehende Filteranlagen ergänzt und so für eine umweltgerechte Filterung des Abwassers gesorgt.
Foto: WOMA

Nur wenn diese Grenzwerte eingehalten werden, kann eine behördliche Genehmigung erteilt werden. Mussten bis 2009 die Parameter bei mindestens einer von drei Proben erfüllt werden, muss seit 2010 jede Probe den Anforderungen entsprechen. Bestehende Anlagen können jederzeit kontrolliert werden und neue müssen bei Inbetriebnahme einen entsprechenden Nachweis erbringen. Zu beachten ist, dass ein Ableiten ohne Genehmigung rechtswidrig ist und sogar strafbar sein kann.
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Schlammabsaugung und Abscheider zum Entsorgen von groben Feststoffen

Der Einsatz von Wasserstrahlschneidanlagen kann bereits bei zwei Schneidköpfen täglich mehr als 1 t Abrasivschlamm verursachen, der regelmäßig entsorgt werden muss. Härtet der Schlamm aus, ist die Reinigung der Anlage sehr mühsam und zeitintensiv. Um einem Absetzen der Feststoffe entgegenzuwirken, wird im ersten Schritt der anfallende Abrasivschlamm im Schneidbecken ständig umgewälzt und gleichzeitig abgesaugt. Im zweiten Schritt gelangt der restliche Schlamm dann in ein Absetzbecken, in dem sich die Feststoffe ablagern und aufgefangen werden können. Im Wasser befinden sich jedoch noch Schwebstoffe.
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Wasser nicht gefiltert
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Einleitungsanlage  Foto: WOMA
Einleitungsanlage
Foto: WOMA

Die Vorgaben für den maximal zulässigen Fest- und Schwebstoffgehalt können mit dieser Methode nur selten eingehalten werden. Wird bei sehr harten oder großen Werkstücken zudem mit Öl oder sehr feinkörnigem Abrasivmaterial gearbeitet, erschwert dies die Reinigung zusätzlich, da sich die Emulsion aus Wasser und Öl und die Schwebstoffe im Absetzbecken nicht herausfiltern lassen. Für Glas, reine Schwermetalle und manche Kunststoffe existieren seit einigen Jahren Lösungen. Für viele andere Materialien nicht. Um für die geforderte Einleitungsqualität zu sorgen, sind daher zusätzliche Maßnahmen erforderlich.
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Impfen des Abwassers
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Hier setzt die neue Einleitungsanlage WTA Eco von Woma ein. Sie wird nach der Absaugvorrichtung und dem Absetzbecken installiert und fügt dem von Schwebstoffen und der Öl-Wasser-Emulsion durchsetzten Wasser ein Flockungsmittel hinzu. Es sorgt dafür, dass diese gebunden werden und so in dem Sandfilter der Einleiteranlage hängen bleiben. Das gereinigte Wasser erfüllt jetzt die Fest- und Schwebstoffgrenzen und kann der Kanalisation zugeführt werden. Das System lässt sich auf die Größe der Wasserstrahlschneidanlagen anpassen. So ist bei 4 Schneidköpfen eine Einleitungsanlage mit einer max. Durchflussmenge von 800 l/h notwendig. Bei größeren Systemen können mehrere Anlagen parallel angeschlossen werden. Betreiber von Wasserstrahlschneidanlagen können auf diesem Weg sicherstellen, dass sie jederzeit eine umweltgerechte und gesetzeskonforme Entsorgung des anfallenden Abwassers betreiben.

WOMA GmbH

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6 Kommentare zu „Umweltbewusstes Arbeiten mit Schneidanlage“

  1. Hertha Kerz

    Hallo Ada,

    danke für Ihren Kommentar. Zwar tun die Firmen viel, um umweltbewußt zu arbeiten. Doch glaube ich nicht, dass das auf Dauer etwas bringt. Denn es wird bei jedem Produktionsschritt die Umwelt belastet. Die Zerstörung wird damit nur hinausgezögert, jedoch nicht gestoppt.

  2. Ja, auch bei Arbeiten mit der Schneidanlage muss man umweltbewusst vorgehen. Der Beitrag erklärt sehr gut, wie man das macht. Ich danke Ihnen vielmals.

  3. Hertha Kerz

    Hallo Kira. N.
    vielen Dank für den positiven Kommentar. Allerdings gibt es seit 2015 eine Reihe von Innovationen. Zusatzgeräte, neue Sensorik und Ähnliches.

  4. Vielen Dank für diesen Beitrag über das Wasserstrahlschneiden. Interessant, dass es auch Obergrenze für Schwebstoffe gibt. Ich wollte mich mal informieren, was bei der Entsorgung von Abfällen beim professionellen Wasserstrahlschneiden für Vorgaben gibt und bin froh, diese gute Übersicht hier gefunden zu haben.

  5. Hertha Kerz

    Hallo Herr Stecker,
    ja, es ist ein umfangreiches Thema, zu dem es allerdings noch jede Menge mehr zu schreiben gäbe.
    VG

  6. Vieles, was in diesem Artikel steht war mir gestern unbekannt. Danke sehr für den Artikel zum Thema Schneidanlagen. Sehr hilfreich und gut geschrieben. VG

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