Aug 24 2020

VDMA – Mercosur muss kommen! 

Frankfurt, 24. August 2020 – Zur Äußerung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, sie habe „erhebliche Zweifel“ an der Umsetzung des EU-Freihandelsabkommens mit den Mercosur-Staaten, sagt Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA:
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Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer VDMA
Quelle. VDMA am 25.06.2020 in Frankfurt am Main. Foto: Salome Roessler/lensandlight

„Das Mercosur-Abkommen muss kommen. Denn nur das Abkommen wird es der EU ermöglichen, politischen Druck zum Thema Abholzung des Regenwalds auf den brasilianischen Präsidenten Bolsonaro aufzubauen. Es ist besser, im Dialog zu bleiben, als das Land sich selbst zu überlassen oder in eine Partnerschaft mit China zu drängen. Je schneller das Abkommen umgesetzt wird, desto schneller kann die EU auf Basis des Vertrags offiziell Konsultation mit Brasilien zum Thema Nachhaltigkeit beantragen. Denn beide Seiten verpflichten sich zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens.

Auch die europäischen Importeure werden ihren Beitrag leisten, in dem sie mit den brasilianischen Lieferanten vereinbaren, dass die Produkte nicht von frisch gerodeten Regenwaldflächen stammen. Für Soja gibt es bereits eine entsprechende Vereinbarung.

Das Mercosur-Abkommen ist ein langfristiges Projekt. Es wird auch dann noch Wirkung zeigen, wenn der brasilianische Präsident schon lange nicht mehr im Amt ist. Eine Ablehnung des Vertrags wäre daher reine Symbolpolitik. Kein Baum wird in Brasilien gerettet, wenn das Abkommen nicht ratifiziert wird.“

Der VDMA vertritt rund 3300 deutsche und europäische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus. Die Industrie steht für Innovation, Exportorientierung, Mittelstand und beschäftigt rund vier Millionen Menschen in Europa, davon mehr als eine Million allein in Deutschland.

Erläuterung
Mercosur ist die abgekürzte Bezeichnung für den „Gemeinsamen Markt Südamerikas“. Die spanische Bedeutung für die Abkürzung ist Mercado Común del Sur (Gemeinsamer Markt des Südens). Die ebenfalls offizielle portugiesische Bezeichnung lautet Mercosul für Mercado Comum do Sul, auf in Paraguay gesprochenem Guarani ist Ñemby Ñemuha die geläufige Bezeichnung.

Die Organisation konstituierte sich durch Unterzeichnung des Vertrages von Asunción vom 26. März 1991. Es handelt sich hierbei um einen Binnenmarkt mit mehr als 260 Millionen Menschen (Stand 2006), der derzeit 12,8 Mio. Quadratkilometer umfasst, was ungefähr 72 % der Fläche Südamerikas bzw. 56 % der Fläche Lateinamerikas entspricht. Der Mercosur erwirtschaftet ein Bruttoinlandsprodukt von etwa einer Billion US-Dollar (rund 75 % des gesamten BIP des lateinamerikanischen Kontinents),[3] im Außenhandel beträgt der Wert der Exporte etwa 200 Mrd. US-Dollar und der der Importe etwa 130 Mrd. Dollar.

 

 

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