Okt 22 2020

Verhungernder Öffentlicher Dienst

Gestern streikten einige wenige Bücherhalle in Hamburg, aufgehetzt hatte Ver.di. Einen Tag vorher, rief ich in einer bestimmten Bibliothek gegen 18.00 Uhr an, ob sie sich an dem Streik beteiligen würden. Die Antwort war ein klares Nein, sie hätten wie gewohnt bis 18.00 Uhr geöffnet.
Gestern kam ich über acht Kilometer bei strömendem Regen und starkem Wind, wie viele auch ältere Leute, zur Bibliothek – und sie war geschlossen. 

Ich empfinde es als Unverschämtheit, derart belogen zu werden. Ich kann schließlich nichts dafür, dass die Mitarbeiter mit ihrem Geld nicht auskommen (Ich bringe ihnen das gern bei – darin bin ich Autorin und Experte). Sich dann aber an den Lesern zu rächen, die mit ihren enormen Ausleihen, genau deren Arbeitsplätze sichern, ist schon ein starkes Stück.

Ich beschwerte mich daraufhin bei der Zentralstelle der Bibliotheken, die diese Bibliothek kontaktierte. Da ich gerade vor Ort war un meinen Namen hörte, identifizierte ich mich. 

Der Chef dort bügelte mich mit der Erklärung ab, was ein Warnstreik sei. (Ich war selbst Vertrauensfrau – was ich in der Gewerkschaft erlebte, ließ mich mit flatternden Rockschößen flüchten). Er klärte gar nichts, sondern transportierte nur mit höflichen Worten, dass es genau darum ginge – Leser zu terrorisieren. ‚Das muss wehtun‘. Und wenn ich das nicht akzeptiere, dann wäre das mein Problem. 

Nix für ungut liebe Mitarbeiter der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen (Bibliotheken), aber ich finde ihre Gehälter angemessen. Es reicht nicht, freundlich und hilfsbereit zu sein. Eine umfangreiche Allgemeinbildung gehört auch dazu. Und die ist seit Jahrzehnten nur noch bei wenigen Mitarbeitern der HÖB gegeben, wobei ich niemanden explizit nenne. 

Zu Streiks  als solchen. Irgendwelche Berufsgruppen streiken, weil sie x,y Prozent mehr Gehalt wollen. Doch wovon eigentlich? Wenn man diese Personenkreise fragt, wie viel sie denn verdienten, verweigern sie die Auskunft. Wie soll ich beurteilen, ob diese Gehaltforderung legitim ist, wenn ich nicht einmal weiß, wie hoch das bisherige Gehalt ist?

Und dann erwarten Streikende Solidarität? Hust*

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