Mai 23 2015

Neue Wege bei der wässrigen Teilereinigung

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Gastbeitrag
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Gewaschene Schrauben Quelle: Metallreiniger

Gewaschene Schrauben
Quelle: Metallreiniger

Die drastische Reduzierung der Abwassermenge durch eine extreme Standzeitverlängerung und die Drosselung der erforderlichen Energiemenge bei den wässrigen Reinigungsbädern war das Motiv für die Entwicklung neuer, moderner Metallreinigungsprodukte. Schließlich wirkt sich die Einsparung von Energie und Abwasser direkt finanziell aus. Am Ende der Entwicklungsarbeiten sollten kostensparende Metallreiniger stehen, welche ein möglichst breites Spektrum an Reinigungs- und Entfettungsaufgaben abdecken können. Emulsionen, Schmieröle, Fette, aber auch Pigmente sollten leicht zu entfernen sein. Auch sollte es bezüglich der zu reinigenden Werkstoffe keine Einschränkungen geben. Eisen, Stahl, Kupfer, Messing, aber auch Aluminium und Zink sollten nicht angegriffen werden. Die gereinigten Teile sollten die Waschanlage porentief rein und nur noch so warm verlassen, dass sie problemlos gehändelt werden können.

Die neuen Metallentfettungsmittel und Vorbehandlungsprodukte sollten möglicht in der gesamten Metall verarbeitenden Industrie verwendet werden können Sowohl bei den Automobilherstellern und deren Zulieferbetrieben, als auch im Wärmebehandlungsbetrieb, oder im Bandwalzwerk sollten diese Reiniger Verwendung finden. Frei von Ätzalkalien, frei von Silikat, oder Abwasser gefährdenden Komplexbildnern, sollte es weder das Bedienpersonal, die Umwelt, noch die Reinigungsanlagen durch zu ätzende Chemikalien belasten.
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Warum das alles?
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Wärmebehandlung: Spax-Schrauben nach dem Waschen und vor dem Anlaßtunnel Quelle: Metallreiniger

Wärmebehandlung: Spax-Schrauben nach dem Waschen und vor dem Anlaßtunnel
Quelle: SHU, Schwäbische Härtetechnik Ulm

Derzeit fallen bei der industriellen Metallreinigung, z.B. vor und nach der Wärmebehandlung, in der Automobilindustrie, oder deren Zulieferbetrieben immer noch zu große Mengen an Abwasser an. Dieses muss einer aufwendigen Behandlung unterzogen werden, um es wieder dem Wasserkreislauf zuführen zu können. Nicht selten werden die abgearbeiteten Waschlaugen chemisch behandelt, oder neutralisiert, wodurch die Salzfracht noch zusätzlich erhöht wird. Die bei der Neutralisation entstehenden Salze belasten unseren Wasserkreislauf erheblich.

Darüber hinaus werden bei den industriellen Waschprozessen sehr große Mengen an Energie benötigt, weil die gängigen Entfettungsmittel in der Regel bei hohen Temperaturen verwendet werden müssen. 60°C bis 70°C sind da keine Seltenheit.

Vor dem Hintergrund ständig steigender Energiepreise und Abwasserkosten, der daraus erwachsenden Belastung für die Betriebe war die Entwicklung von Metallreinigern, welche bei niedriger Temperatur ihre optimale Wirkung erzielen längst überfällig. Neue Tensidkombinationen und viele Jahrzehnte an Erfahrung auf dem Gebiet der Oberflächenvorbehandlung und Metallreinigung waren bei der Erreichung des geplanten Ziels nötig

Am Ende der Entwicklungsarbeiten und der Testphase standen universell verwendbare flüssige Spritzentfettungsmittel, welche mittlerweile von einer Vielzahl von Anwendern erfolgreich eingesetzt werden.
Presswerke, Schraubenhersteller, Härtereibetriebe, Bandhersteller etc. verwenden diese Niedrigtemperaturentfettungsmittel seit längerer Zeit. Dabei werden nun erhebliche Mengen an Energie eingespart. Durch die größeren Badwechselintervalle werden die oft vorhandenen Engpässe beim Waschen beseitigt.
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DEM 14: Demulgiervergleich moderner Reiniger : herkommliches Produkt und neuer, selbstentölender Reiniger Quelle: Metallreiniger

DEM 14: Demulgiervergleich moderner Reiniger : herkommliches Produkt und neuer, selbstentölender Reiniger
Quelle: Metallreiniger

Die selbstentölenden Eigenschaften der Reiniger sorgen dafür, dass Öle und Fette sehr schnell aus der Reinigerlösung ausgeschieden werden. Ein normaler, einfacher Schwerkraftölabscheider sorgt für den Rest. Er kann die Öle und Fette leicht von der Badoberfläche abskimmen. So behält die Waschlösung ihre ursprüngliche Reinigungskraft. Das Waschergebnis bleibt über viele Wochen und Monate ohne Schwankungen gleichbleibend gut. Aufgrund dieser Produkteigenschaften wird die Badnutzungsdauer vervielfacht. Es entfallen die häufigen und teuren Badwechsel. Das erspart dem Betreiber Entsorgungskosten und Rüstzeiten für den Neuansatz. Die niedrige Anwendungstemperatur von 40°C reduziert nicht nur den Energieverbrauch, sondern verhindert sowohl die starke Dampfentwicklung in und an der Waschanlage. Auch reduziert die niedrige Temperatur ein übermäßiges Aufsalzen der Reinigerlösung, und verbessert somit die Qualität des Reinigungsbades. Ein Verkalken der Waschanlage findet nicht mehr statt, wodurch auf die Verwendung zusätzlicher Wasserenthärter verzichtet werden kann. Ferner werden beim Niedertemperaturbetrieb die Pumpendichtungen geschont. Die pH-neutralen Reiniger unterliegen nicht der Kennzeichnungspflicht und sind nach der EU-Richtlinie 648/2004 biologisch abbaubar.

Wilfried Breuer

Der Metallreiniger – Optimierung industrieller Reinigungsprozesse

Welche Erfahrungen haben unsere Leser gemacht?

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