Wir werden wohl nie autonom – auch nicht beim Fahren

Seit Jahren pusseln sie am autonomen Fahren herum – und werden nicht fert. Was, um Gottes Willen, ist denn so schwer daran? Ja, manchmal kracht es. Dennoch würde ich einem bordcomputer mindestens genauso vertrauen, wie einem menschlichen Fahrer. 

Ein gutes Beispiel ist der Hamburger Hafen. Während wir den Tidehub haben und Mitarbeiter die die halbe Welt mit ihren Streiks lahmlegen – und keine Abstellflächen für Container, ist Rotterdam schon seit Jahrzehnten digital. Selten, dass sich dort auch nur ein Container verklemmt. 

Aber sie bemühen sich: 

Karlsruhe (ots) Wie werden sich das Aufkommen autonomer Fahrzeuge und neue Mobilitätsdienste auf öffentliche Verkehrssysteme und die Verkehrssituation in Städten auswirken? Eine neue Studie auf Basis eines Simulationsmodells der PTV Group untersuchte, welche Potenziale und Risiken in der schwedischen Stadt Göteborg durch elektrische, fahrerlose Sharing-Dienste entstehen.

Mit Hilfe der PTV-Software wurde in einer Studie für die Stadt Göteborg untersucht, wie sich selbstfahrende Elektrofahrzeuge in ein zukünftiges dekarbonisiertes Verkehrssystem einfügen könnten.
Bildrechte: PTV Planung Transport Verkehr GmbH, Fotograf: Edvin Johansson/ unsplash

Das Ziel des Forschungsprojekts war es, mögliche Auswirkungen des autonomen Fahrens auf die Stadt zu analysieren. Dafür wurden verschiedene Zukunftsszenarien mithilfe der multimodalen Modellierungsplattform von Göteborg modelliert. Die Plattform basiert auf der Software PTV Visum.

An dem Projekt waren Forschende und Verkehrsexperten der Beratungsfirma Trivector und dem schwedischen Wissenszentrum für öffentlichen Verkehr K2 beteiligt.

In der virtuellen Umgebung von PTV Visum untersuchten die Forschenden zahlreiche erdenkliche Entwicklungen. Sie konzentrierten sich dabei auf zwei Formen der Nutzung von autonomen Diensten: Car-Sharing, d. h. reisende Personen teilen sich zwar die autonomen Fahrzeuge, nutzen sie aber wie heutige Autos privat. Und Ride-Sharing: Die selbstfahrenden Busse oder Shuttles werden mit anderen Fahrgästen geteilt, die das gleiche Ziel haben oder in dieselbe Richtung wollen.

Das Projektteam untersuchte verschiedene Szenarien: Was passiert zum Beispiel, wenn 33 % der heutigen Autofahrten per autonomen Ride-Sharing absolviert werden? Wie wirkt es sich aus, wenn alle Menschen vom privaten Pkw und von öffentlichen Verkehrsmitteln auf Car-Sharing oder auf gemeinsam genutzte, selbstfahrende Dienste wechseln? Das Projektteam analysierte verschiedene Parameter wie Reisezeiten, die Anzahl der Fahrzeuge und die pro Fahrzeug zurückgelegten Kilometer.

Autonom heißt nicht automatisch weniger Verkehr

Die Simulationsergebnisse zeigen, dass die vermehrte Nutzung von selbstfahrenden Fahrzeugen nicht automatisch weniger Verkehr bedeutet. Die Gesamtzahl der Fahrzeuge im Verkehrsnetz kann variieren, ohne dass sich das Verkehrsaufkommen verringert. Zum Beispiel, weil durch autonome Dienste zwar weniger Fahrzeuge unterwegs sind, diese aber mehr fahren. So führten mehrere der simulierten Szenarien zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen.

Weitere Ergebnisse der Studie:

  • Der Übergang zu autonomen Car-Sharing-Diensten führt zu einem 25 bis 30 % höheren Verkehrsaufkommen als der Übergang zu autonomem Ride-Sharing.
  • Beim Umstieg vom privaten Pkw auf selbstfahrende Ride-Sharing Angebote sinkt das Verkehrsaufkommen um bis zu 6 %. Die Umstellung von heutigen Privatfahrzeugen auf fahrerloses Car-Sharing führt zu einem Anstieg des Verkehrsaufkommens um bis zu 15 %.
  • Wenn zusätzlich zu den heutigen Pkw-Nutzern auch die Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs auf autonome Dienste umsteigen, steigt das Verkehrsaufkommen sowohl im Car-Sharing– als auch im Ride-Sharing-Szenario.
  • Die Verlagerung des heutigen Autoverkehrs auf autonomes Ride-Sharing und Car-Sharing reduziert das Fahrzeugaufkommen auf der Straße um bis zu vier Fünftel des heutigen Aufkommens. Dies würde wahrscheinlich zu einem verringerten Bedarf an Parkplätzen und neuen Fahrzeugen führen.

Szenarioanalysen ermöglichen fundierte Entscheidungen

„Es gibt viele Unsicherheiten und offene Fragen, wie sich die autonome Zukunft entwickeln wird. So ist zum Beispiel offen, ob autonome Fahrzeuge so attraktiv sein werden, dass die Menschen noch mehr fahren. Oder wie schnell autonome Fahrzeuge überhaupt von der Gesellschaft angenommen werden“, so Kim Örn von der PTV Group. „Digitale Modelle ermöglichen es uns, verschiedenste Annahmen zu simulieren, die unterschiedliche Entwicklungen zur Folge haben. Die Bandbreite der Ergebnisse hilft Planern dabei, die Auswirkungen zu verstehen und einzuordnen. Damit lassen sich Entscheidungen mit größerer Zuversicht treffen.“

Fredrik Larsson, Head of Analysis in der städtischen Verkehrsverwaltung von Göteborg und Lennart Persson, Leiter von Trivector Göteborg: „Unsere Studie zeigt deutlich, dass autonome Fahrzeuge einen großen Einfluss auf das Verkehrssystem haben werden. Richtig eingesetzt können sie wirtschaftliche, ökologische und soziale Vorteile bringen. Es gilt, das Verständnis dafür durch Simulationen und Testfelder zu erweitern und den Blick der öffentlichen Meinung besser zu verstehen.“

Die Art und Weise, wie neue selbstfahrende Dienste gestaltet und wie gut sie in den öffentlichen Verkehr integriert werden, wird sich stark auf Städte und ihre Verkehrssituation auswirken. Die aktuelle Studie weist darauf hin, wie wichtig es ist, die möglichen Auswirkungen neuer Mobilitätsdienste zu kennen und zu verstehen: So lassen sich die negativen Effekte minimieren. Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass Planungen, die Gesetzgebung und Regularien auf autonome Ride-Sharing-Dienste abgestimmt werden müssen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass autonome Fahrzeuge in Zukunft zu einem nachhaltigen Mobilitätsökosystem beitragen.

Die gesamte Studie steht auf Schwedisch unter folgendem Link zum Download bereit: (Link führt auf eine externe Seite)

PTV Group

Das PHT meint: Wenn die das denn mal schafften, würden die Geschäfte in der Waitzstraße Hamburg vielleicht mal ganz bleiben.

 

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